Jutta Richter   -   Biographie

Jutta Richter wurde 1955 in Burgsteinfurt/Westfalen geboren.
Aufgewachsen ist sie im Ruhrgebiet und Sauerland. 
Als junges Mädchen verbringt sie ein Jahr in den USA  und schreibt über diese Zeit ein Tagebuch.

Es wird nach ihrer Rückkehr veröffentlicht.
Popcorn und Sternenbanner. Tagebuch einer Austauschschülerin

Auch ihre Jugendromane "Die Puppenmütter", "Das Geraniengefängnis", "Himmel, Hölle, Fegefeuer"
sind erfolgreich. Letzteres stand auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis.

Später studiert sie katholische Theologie, Germanistik und Publizistik in Münster. Seit 1978 lebt sie als freiberufliche Autorin auf Schloss Westerwinkel im Münsterland und schreibt Romane und Erzählungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, aber auch Hörspiele, Theaterstücke, Lieder und Gedichte.

Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen:

  • Hermann-Hesse Stipendium sowie ein Stipendium im Künstlerhof Schreyahn
  • Rattenfängerpreis der Stadt Hameln
  • Förderpreis für junge Literatur des Landes NRW
  • Literaturpreis der Stadt Soltau
  • Luchs des Jahres 2000 und Jugendliteraturpreis 2001 für die Erzählung „Der Tag, als ich lernte die Spinnen zu zähmen“ 
  • „Der Hund mit dem gelben Herzen“ war für den Deutschen Jugendliteraturpreis und für den Internationalen UNESCO-Preis nominiert.  

"Geboren bin ich da, wo die Spökenkieker wohnen, im Münsterland.

Mein erster Freund im Kindergarten hieß Martin und war taubstumm.
Ihm habe ich Geschichten erzählt und er hat mich nie unterbrochen.

Später beim Krippenspiel musste ich immer den Josef spielen, weil ich kurze Haare und eine laute Stimme hatte. 
Mit fünfzehn wollte ich weg von zu Hause, da bin ich als Austauschschülerin nach Amerika geflogen. Aber ich bekam Heimweh und hatte Angst meine Sprache zu vergessen. Deshalb fing ich an,
 ein Buch zu schreiben."

> Mehr über sich erzählt Jutta Richter auf ihrer Homepage

 


Lesealter 6 - 8 Jahre                 Biographie

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An einem großen stillen See

( ab 6 )

Wer kennt nicht das Kinderlied: "Abends, wenn ich schlafen geh, vierzehn Englein um mich stehn ..." 
Aber welche Engel stehen da eigentlich? Die Möwenengel, die auf uns aufpassen, der Neinengel, der Mut macht, der Mitternachtsengel, der die Nacht heller werden lässt und viele andere. 
Von diesen Engeln erzählen sich das Kind und der alte Mann, die beide nicht einschlafen können, bis sie es gemeinsam wieder lernen. 

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Es lebte ein Kind auf den Bäumen

( ab 6 )

14 Texte von Jutta Richter sind hier zu einer Geschichte arrangiert, einer Geschichte vom Träumen und der Kraft der Freundschaft. 
Konstantin Wecker hat sie vertont, von Katrin Engelking stammen die  Illustrationen. Ein Heft mit Noten zum Nachsingen und Nachspielen ist bei diesem Buch dabei.

 

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....Lesealter 8 - 10 Jahre                     Biographie

Prinz Neumann oder Andere Kinder heißen wie ihr Vater

( ab 8 )

Prinz Neumann ist 11 Jahre alt und wohnt mit seinem Vater, König Schröder in einem alten Wasserschloss. Es ist eine schreckliche Sturmnacht. Beide können sie nicht schlafen: König Schröder, weil er wieder einmal über den schlechten Zustand seines Schlosses nachgrübelt, Prinz Neumann, weil er findet, dass es nichts gemütlicheres gibt, als in einer Sturmnacht die Kronensammlung zu putzen.
Doch wie üblich bekommt Prinz Neumann Ärger mit seinem Vater. Wieso nur, denkt er, hat er keinen Vater, der ihn anständig behandelt?
Außerdem vermisst Prinz Neumann seine Oma Trese. Wenigstens die war sonst in solchen Nächten für ihn da, mit Kakao, Vanilleplätzchen und einer Geschichte. Aber Oma Trese ist zu ihrer kranken Schwester gefahren.
Prinz Neumann fühlt sich von allen alleingelassen und so fasst er einen Plan: er will für immer weggehen, vermissen wird ihn ja sowieso keiner. Noch in der selben Nacht bricht er auf, auch wenn die Wintergeister ums Haus heulen. Unterwegs trifft er auf eine Frau, die ausgerechnet so heißt, wie seine Mutter, die vor 10 Jahren weggegangen ist: Viktoria Neumann. Ob sie wirklich seine Mutter ist? Während Prinz Neumann das herauszufinden versucht, sind schon ein sehr reumütiger König Schröder und eine Schlimmes ahnende Oma Trese hinter ihm her.

Verlag Beltz&Gelberg, Weinheim, 1987

 

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Der Hund mit dem gelben Herzen oder Die Geschichte vom Gegenteil

Was man im Wald so alles findet! Eigentlich wollte Lotta Federn sammeln und zurück kommt sie mit einem Hund. Auch noch mit einem, der außer Hund keinen Namen hat und Fremdsprachen spricht.

Lotta und ihr Bruder Prinz Neumann bringen Hund erst einmal in Opa Schultes altem Schuppen unter. Und Hund ist froh, dass er ein Zuhause gefunden hat, jemanden, der ihn mit Hähnchenhaut füttert, ihn streichelt und ihm ein Halsband mit einem gelben Herz schenkt.

Dafür erzählt er den Kindern eine Geschichte: 
von G. Ott, dem großen Erfinder, in dessen Garten er gewohnt hat. Und von Lobkowitz, der der beste Freund von G. Ott war und sein Berater, bis er es mit dem Erfinden ein wenig übertrieben hat. Da blieb G. Ott nichts anderes übrig: er musste Lobkowitz und seine neuen Freunde aus seinem Garten werfen.

Von einer weisen, alten Katze erfährt Hund, wie traurig die beiden darüber sind. Und er macht sich auf den Weg, um Lobkowitz zu G. Ott zurück zu bringen.

Hanser Verlag, 1998

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Lesealter ab 10 Jahre                      Biographie

 

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Der Tag, als ich lernte die Spinnen 
zu zähmen

( ab 10 )

 

Sie nennen ihn Spielverderber, Schlappschwanz und einen ganz krummen Hund. Sie sind zu viert, wohnen alle in einer Strasse nahe der Bahn und verbringen meistens ihre Nachmittage zusammen. Rainer ist neu zugezogen und die Kinder finden ihn irgendwie anders. Weil er Hände hat mit blutigen Knöcheln und abgebissenen Fingernägeln. Popelfinger, sagen sie. 
Weil er eine komische Mutter hat, die trinkt und Herrenbesuche bekommt. Nur eine der Vier kann sich mit ihm anfreunden. 
Meechen, nennt Rainer sie und er zeigt ihr, wie man die gefährliche Kellerkatze verjagen kann, und wie man die Spinnen zähmt, vor denen sie so große Angst hat. Aber die anderen mögen Rainer nicht, und da ist Meechen auf einmal alleine auf dem Schulweg. 
Die Kinder nennen sie nur noch "Dieda". Und da drängt sich ihr einfach die Frage auf "Wozu ist eigentlich ein Freund gut, den niemand leiden kann?"

Es ist sicher kein leichter Stoff, den Jutta Richter in diesem Buch verarbeitet hat. Der scheinbar doch ganz normale Kinderalltag irgendwann in der 60er Jahren ist geprägt von Kinderängsten und der vagen Erkenntnis, dass es Schlimmeres gibt, als die Kellerkatze. Die Autorin versteht es auch, die Problematik aufzuzeigen, die für Kinder die Voreingenommenheit und die Doppeldeutigkeit der Erwachsenen oft darstellt. 
Denn was bedeutet "das wird ein Nachspiel haben", wenn man doch gar nicht gespielt hat. Und was unterscheidet ordentliche Leute mit ordentlichen Gardinen von solchen, die ein Schandfleck sind?

Die Protagonistin des Buches ist ein sensibles Mädchen. 
Sie erkennt, dass es Mut erfordert, mit einem Außenseiter befreundet zu sein und sie erfährt am eigenen Leib, was Ausgrenzung bedeutet und wie schmerzhaft Verrat ist.

Es ist nicht unbedingt ein Buch, das beim Lesen Spaß bringt, es eignet sich aber sicher hervorragend dazu, im pädagogischen Rahmen eingesetzt zu werden.

 

 

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Hinter dem Bahnhof liegt das Meer

( ab 10 )

 

 

Neuner hat es nicht leicht, seit er auf der Strasse lebt. Nach Hause kann er nicht mehr, seit seine Mama ins Krankenhaus gebracht wurde, zu Hause ist nur noch Mamas Neuer, der ihn misshandelt und schlägt.

Aber Neuner hat einen Traum. Neuner will ans Meer. Und er hat einen Freund, Kosmos, mit der alten, roten Baseballmütze, der heißt wie ein Seefahrer, und schon immer unterwegs ist.
Kosmos, der ihm die guten Tage zeigt, an denen ein Abbruchhaus zum Fünfsternehotel wird.

Mit ihm zusammen will Neuner einen Kiosk am Meer eröffnen:

KOSMOS UND NEUNER
KALTGETRÄNKE AUS DEM EIS

Was den Beiden noch fehlt, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, ist nur das Geld.
Deshalb ist Neuner bereit, das wertvollste zu verkaufen, das er besitzt: seinen Schutzengel.

Doch ohne Schutzengel kommt man nicht ans Meer, das muss schließlich auch Kosmos einsehen. Und die Königin von Caracas, die mit Neuners Schutzengel eigentlich gar nichts anfangen kann.
Und deshalb können Kosmos und die Königin von Caracas auch Neuners Leben ein klein wenig wieder in Ordnung bringen.

Dass Schutzengel in vielen Fällen menschlicher Natur sind und dass der Glaube an einen Traum schon viel zu dessen Verwirklichung beiträgt, zeigt Jutta Richter in dieser nicht ganz unsentimentalen Geschichte. Obwohl darin schwierige Themen angesprochen werden wie soziale Randgruppen, Kinderängste und Gewalt in der Familie ist es ein hoffnungsvolles und leises Buch, das nachdenklich stimmt und auch für Erwachsene schön zu lesen ist.  

 

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