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Otfried
Preußler - Biographie
Geboren
wurde Otfried Preußler am 20. 10. 1923 im nordböhmischen Reichenberg.
Hier finden sich auch die Wurzeln zu vielen seiner Geschichten.
Schon sein Vater hat ihm die Sagen aus den großen Wäldern zwischen
Lausitzer- und Isergebirge nahe gebracht
und die Bindung an seine Heimat war für ihn immer von großer
Bedeutung.
Preußler
wächst in einem pädagogisch und literarisch geprägten Elternhaus auf.
Vater und Mutter waren beide Lehrer, der Vater zudem Schriftleiter in
einem Verlag. So bekam er schon früh
Kontakt zu bekannten Schriftstellern und Grafikern, die in seinem
gastfreundlichen Elternhaus verkehrten.
Schon
mit 12 Jahren begann er, kleine Geschichten zu schreiben und mit 15
verdiente er sein erstes Geld mit Illustrationen für eine Zeitung.
Gleich
nach dem Abitur wurde Otfried Preußler zum Kriegsdienst eingezogen und
geriet 1944 für fünf Jahre in russische Gefangenschaft. Die
Erfahrungen in diesen extremen Situationen haben ihn geprägt und er
sagt selbst
über diese Zeit:
„Damals bin
ich zum Optimisten geworden, denn seither weiß ich,
dass der Mensch ein unbeschreiblich zähes, geduldiges
und belastbares Wesen ist. Wer lachen kann, und sei es
über sich selbst, wird mit bedrohlichen Zeitläufen
ungleich besser fertig, als wenn er sich ständig nur
bemitleidet. Auch das habe ich im Lager gelernt – und
nicht zuletzt deshalb versuche ich mit vielen meiner
Geschichten, Kindern möglichst früh Gelegenheit zu
geben, sich im Lachen zu üben.“
(aus: Otfried Preußler, Werk und Wirkung)
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Nach
seiner Freilassung 1949 folgt Otfried Preußler seiner Familie, die sich
inzwischen im
oberbayrischen Haidholzen niedergelassen hat.
Von 1953 bis 1970 ist er erst als Lehrer, später als Rektor an einer
Schule in Rosenheim tätig.
Hier kamen sein erzählerisches und zeichnerisches Talent den Kindern zu
Gute, nicht selten hat er seinen
unruhigen Schülern
Geschichten erzählt, die er später aufschrieb und veröffentlichte.
Sein
erstes Buch, Der kleine Wassermann,
erschien 1956.
Otfried Preußler hat über 25 Bücher
geschrieben, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden,
und für die er viele Preise und Auszeichnungen erhalten hat.
Die weltweite Gesamtauflage seiner Bücher beträgt rund 45 Millionen
Exemplare.
Seine Bühnenstücke zählen zu den meistgespielten Werken des
zeitgenössischen Kindertheaters.
Ein
interessantes Interview mit Otfried Preußler, in dem er
zur Lese- und Erzählkultur Stellung nimmt und unter
anderem auf die Frage antwortet: Was
können Eltern tun, um Kinder für Bücher zu
begeistern?
>
Hier
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Lesealter
6 - 8 Jahre
Biographie
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Der
Räuber Hotzenplotz
(ab 6)
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Klassische
Kasperle-Geschichten finden wir in den Büchern vom
Räuber Hotzenplotz.
Der
liebenswerte Räuber mit seinem Erzgegner, dem trotteligen
Wachtmeister Dimpfelmoser, nimmt seit 1962 die Herzen der
Kinder gefangen.
Im ersten
Band klaut er Großmutters musikalische Kaffeemühle und
so machen sich Kasperl und Seppl auf, den wilden Räuber
zu fangen.
Dieses
Buch kam so gut bei den Kindern an, dass
1969
....
Neues vom Räuber Hotzenplotz und 1973 Hotzenplotz
3 erschienen.
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Der
kleine Wassermann
(ab 7)
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Das
Buch führt uns in eine imaginäre Welt auf dem Grund des
Mühlenweihers.
Hier haben der Wassermann und
seine Frau einen kleinen Jungen bekommen.
Der macht sich bald auf, seine Umwelt zu erforschen,
zuerst nur den Weiher,
doch später auch die Welt der Menschen.
Mit der Zeit hat er jedoch
nur noch Unsinn im Sinn: er stiehlt dem Müller den Kahn,
öffnet das Schleusentor und lässt sich über das
Mühlrad schwemmen.
Zu spät bemerkt er, dass dabei fast der halbe
Mühlenweiher ausläuft !
So treibt der kleine
Wassermann das ganze Jahr über seine Späße, bis eines
Morgens der Weiher zugefroren ist. Da bringt ihn seine
Mutter zum Winterschlaf ins Bett und er träumt von
seinen schönen Erlebnissen.
Im
Miteinander von Wassermannwelt und Menschenwelt finden
sich Bilder, die phantastisch, aber zugleich Kindern
vertraut sind.
Phantasie
und Realität haben ihre Entsprechung in der zauberhaften
Szene, als der kleine Wassermann versucht, den Mond
einzufangen, der sich im Mühlenweiher spiegelt.
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< weitere
Bücher für diese Altersstufe
Lesealter
8 - 10 Jahre
Biographie
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Die
kleine Hexe
(ab
8)
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Nicht
nur im Kleinen Wassermann, der seine Ursprünge in
Überlieferungen von Wassergeistern hat, greift Otfried
Preußler auf
Motive aus volkstümlichen Erzählungen, Sagen und
Märchen zurück.
In
seinem Buch Die kleine Hexe,
erschienen 1957, finden sich viele solcher
Bezugspunkte.
Die
Versammlung der Hexen in der Walpurgisnacht, das Reiten
auf dem Besen, Regen- und Windzauber – das alles ist
uns aus dem volkstümlichen Hexenglauben bekannt.
Dennoch
ist es Preußler hier gelungen, eine
Identifikationsfigur für Kinder zu schaffen, indem er
die „böse Hexe“ zu einer guten macht. Dadurch, dass
er die dunklen und düsteren Seiten seiner Protagonisten
weglässt, verlieren sie für Kinder ihren Schrecken.
Die
kleine Hexe, die mit ihren 127 Jahren noch zu jung ist,
um am Hexentanz teilzunehmen,
wird mit diesem Problem sicher viele
Sympathisanten unter ihren jungen Lesern finden.
Das
Ausbrechen aus Erziehungszwängen, das
Durchsetzungsvermögen gegen Stärkere wird am Ende des
Buches für Kinder
deutlich
gemacht, als die kleine Hexe mit ihren Mithexen
abrechnet, indem sie ihnen das Handwerkszeug, und damit
ihre Macht, weghext.
Die kleine Hexe ist noch jung, erst 127 Jahre
alt.......> weiter
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Das
kleine Gespenst
(ab
8)
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Vieles, was Otfried
Preußler in seinem Buch Das kleine Gespenst
(1966) erzählt,
hat er von seiner Großmutter gehört.
So zum
Beispiel Geschichten um den schwedischen General
Torstenson und
Sagen über die „Weiße Frau“.
In vielen dieser Sagen, die auf den Seelenglauben
zurückgehen, ist die weiße Frau teilweise schwarz, was
vermutlich auf ihre
nicht vollständige Erlösung hindeutet.
Auch
Preußlers liebenswertes Gespenst wird eines Tages
schwarz, allerdings durch ein Missgeschick:
wegen einer kaputten Kirchturmuhr erwacht es am Mittag,
anstatt um Mitternacht
und wird zum schwarzen Taggespenst.
Und natürlich sorgt es dann durch sein Erscheinen in dem
kleinen Städtchen Eulenberg für gehörige Aufregung.
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Jugendbücher
Biographie
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Krabat
(ab
12)
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Der
14jährige Waisenjunge Krabat folgt einem magischen
Traum und wird Lehrling auf der Mühle im Koselbruch.
Sein
Meister hat sich dem Teufel verschrieben und muss in jeder
Neujahrsnacht einen seiner 12 Mühlknappen opfern, damit
ihm selbst ein weiteres Jahr geschenkt wird.
Krabat
verbringt drei Jahre an der Mühle und begreift die
anfangs für ihn undurchschaubaren Zusammenhänge erst im
Lauf der Zeit.
In
sechs zukunftsweisenden Träumen gewinnt er Einsicht und
kann sich schließlich durch eigene Willenskraft, aber
auch durch die Liebe eines Mädchens aus der Abhängigkeit
befreien.
Nach
zehnjähriger Arbeit erschien dieses Buch von Otfried
Preußler, das sich inhaltlich auf eine Sage der Lausitzer
Wenden stützt.
In diesen 10 Jahren hat sich Preußler nicht nur mit der
Krabat-Sage beschäftigt, die in der DDR schon 1968 von
dem sorbischen Erzähler Jurij Brenzan veröffentlicht
wurde („Die schwarze Mühle“).
Er befasste sich auch intensiv mit Mühlenbau und
Mühlenwesen, sowie mit alten Handwerksbräuchen der
Müller.
Das
Buch erhielt 1972 den Deutschen Jugendbuchpreis. |
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Bücher für diese Altersstufe
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